Das Leben in Grün


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Kopfstand

Nachdem sie genug gesehen und gehört hatte,
schaltete sie den Fernseher aus und trat an die Wand.
Mit Schwung begab sie sich in einen Kopfstand.

Aus diesem Blickwinkel,
das hatte sie schon öfters bemerkt,
sah die Welt etwas weniger verkehrt aus.

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Hayet heißt Leben

Zugegeben, es ist kein großartiger Verdienst, in der Zeitschrift des Vereins veröffentlicht zu werden, für den man arbeitet. Andererseits kann ich mir nicht helfen: Ich freue mich jedes Mal wie verrückt, wenn ich meine Worte in gedruckter Form in Händen halte.

Hier könnt ihr die Online-Ausgabe des Magazins Wirbiz des Deutsch-Türkischen Forums lesen, meine Mini-Kurzgeschichte „Hayet heißt Leben“ findet ihr auf Seite 60.

Und natürlich könnt ihr jederzeit bei mir im Büro vorbeischauen, bei einem Tee die aktuelle Wirbiz durchblättern und euch mit mir wie verrückt über meine gedruckten Worte freuen.


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Supergirl

Am Montag half sie einem Kind über die Straße.
Am Dienstag rettete sie eine alte Frau vor einer aus dem Fenster fallenden Vase.

Mittwoch stahl sie einem reichen Mann seine goldene Uhr
und gab sie einem Armen – der hatte ein einziges Hemd nur.

Am Donnerstag half sie aus in einem Flüchtlingsheim
und am Freitag erstickte sie einen Streit zwischen zwei Männern im Keim.

Nachdem sie am Samstag ein Baby aus einem brennenden Auto rettete,
ließ sie am Sonntag die Rolladen runter,
buk sich ein Blech Brownies
und legte einen schnulzigen Liebesfilm auf.
Sie zog sich ihre Kuschelsocken an (die mit den Bärchen drauf)
und zog sich die Decke bis zum Kinn.

Sollte sich die Welt doch einen Tag mal um sich selbst kümmern.


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Zeimpekiko

Als der Wein anfing zu wirken, spielten sie dieses Lied. Der Sänger war nicht außergewöhnlich, doch seine Stimme genügte, um mich Jahre zurückzuversetzen. Wohin? Ich weiß es nicht. Vielleicht war ich 8 und meine Mutter kochte und sang, während sie die Zwiebeln schnitt, unter Tränen. Oder ich hatte gerade zum ersten Mal mein Herz gebrochen bekommen, das erste von so vielen. Oder es erinnerte mich einfach nur an weingetränkte Abende wie diesen.

Also stand ich auf, trat auf die Tanzfläche, das Glas Wein immer noch in meiner Hand, streckte die Arme aus. Und ich tanzte. Den einzigen Tanz, den ich je gelernt hatte, weil er nicht aus einer festen Schrittfolge bestand. Weil man ihn nicht mit den Beinen tanzte, sondern mit dem Herzen.